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Ein Widerstands-Mahnmal für Bamberg

Seit vielen Jahren setzte sich die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. für ein Mahnmal zur Erinnerung des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus in Bamberg ein.

Im Frühjahr 2014 - dem 70. Todesjahr von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Hans Wölfel – wurde der Aufbau eines Mahnmals im Harmoniegarten, zwischen Schönleinsplatz und Bamberger Theater, von Seiten der Stadt genehmigt und am 25. Juni 2016 feierlich eingeweiht.

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Das Mahnmal 

Wohlüberlegt stellt das Mahnmal drei Persönlichkeiten vor, die aus unterschiedlichen Beweggründen den Weg des Widerstandes gegangen sind. Mehr Info...

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Das Mahnmal erinnert an ...

Das Mahnmal für Widerstand und Zivilcourage erinnert über alle Parteigrenzen hinweg, über die Grenzen der Konfessionen und Generationen an Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Willy Aron, Hans Wölfel.
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Spendenaufruf - Mitunterstützer gesucht

Wenn Sie für das Mahnmal für Widerstand und Zivilcourage in Bamberg spenden möchten, stellen wir Ihnen gerne eine Spendenquittung aus.  Mehr Info...

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Künstlerische Gestaltung des Mahnmals 

„Charakterinseln in der braunen Flut“ . Diese Metapher setzte der Bildhauer Albert Ultsch mit Bronzebüsten von Willy Aron, Hans Wölfel und Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf 1,60 Meter hohen Stelen um.
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„Letzten Endes sind es immer wieder die Menschen, die einen beeindrucken, weil sie in scheinbar aussichtsloser Lage doch das politisch und menschlich Notwendige getan haben:
die Opposition gegen das übermächtige Regime zu organisieren, eine programmatische Grundlage zu entwickeln, Verfolgte vor ihren Verfolgern zu schützen. In solchen Zeiten zeigen sich die wahren Charaktere.“ 

Dr. Horst Sassin 2015 ( Historiker, Geschichtslehrer und Mitglied der Solinger Abteilung des Bergischen Geschichtsvereins)

Das Mahnmal



Im zentralen Stadtraum zwischen Harmoniegarten und E.-T.-A.-Hoffmann-Platz zeigt das Mahnmal für Widerstand und Zivilcourage die Büsten von Willy Aron, Hans Wölfel und Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

Wohlüberlegt stellt es diese drei Persönlichkeiten vor, die aus unterschiedlichen Beweggründen den Weg des Widerstandes gegangen sind. Personen mit sehr unterschiedlichen familiären Hintergründen und Werdegängen. Keine Helden von Geburt an. Ganz normale Menschen.
Es vereint:
• Den kämpferischen Jungsozialisten Willy Aron, der sich für die Bildung von Arbeiterkindern einsetzte, Mitglied jüdischer Jugendorganisationen war, als Rechtsreferendar Sozialdemokraten strafrechtlich verteidigte und, der bereits 1933 im Konzentrationslager Dachau bestialisch zu Tode geprügelt wurde.
• Den mutigen Rechtsanwalt Hans Wölfel, der bereits 1923 und als Vorstand der Katholischen Aktion vor der NS-Ideologie warnte, für politische Bildung und gesellschaftliches Engagement eintrat, ab 1933 Mitglied zweier Widerstandsgruppen war, als Regimekritiker denunziert am 3. Juli 1944 enthauptet wurde.
• Den adeligen Wehrmachtsoffizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der sich zum Attentat auf Hitler durchrang, mit dem er am 20. Juli 1944 der Unmenschlichkeit des Krieges ein Ende setzen wollte und noch in der darauffolgenden Nacht erschossen wurde.

So bildet das Mahnmal einzigartig eine beachtenswerte Bandbreite des damaligen Widerstandes ab. Es erinnert an eine Zeit, in der Freiheit, Menschenwürde und Verantwortung durch die Machthaber in Deutschland mit Füßen getreten wurden. Freiheitliches Denken, verantwortliches Handeln und Zivilcourage wurden durch die damaligen Machthaber unterdrückt und häufig mit dem Tode bestraft. Mit brutaler Rücksichtslosigkeit erzielten die Nationalsozialisten vordergründige Erfolge. Doch der Einzelne und das ganze Volk drohten an seinen Wurzeln, an seiner Seele, zu verderben. Deswegen gingen Viele - aber insgesamt doch zu Wenige - mutig den Weg in den Widerstand gegen die NS-Diktatur. So steht das Mahnmal letztlich auch stellvertretend für alle Menschen, die in der schweren Zeit des politischen Umbruchs und unter der NS-Herrschaft die Kraft zur sittlichen Entscheidung für das politisch und menschlich Notwendige aufbrachten. Für alle, die für einen reflektierten Umgang mit den Problemen und Herausforderungen der Zeit eintraten und das Recht verteidigten. Für alle, die in scheinbar auswegloser Lage den Mut zu einem ethisch begründeten Handeln fanden.

Es ruft zum Gedenken auf und es will Besucher ermutigen, in ihren eigenen Gemeinden zu erforschen, wie Menschen ihren Widerstand gegen den Nationalsozialismus gestalteten. Denn vieles ist noch unerforscht und droht vergessen zu werden, wie zum Beispiel der Widerstand der kleinen Leute. Es ruft zu Zivilcourage in Gegenwart und Zukunft auf, weil die Mutigen von damals ganz normale, höchst unterschiedliche Menschen waren, die uns zeigen, dass jeder Mensch im Rahmen seiner Möglichkeiten die Gelegenheit hat, zu entscheiden. Sie zeigen, dass es auch in scheinbar auswegloser Lage möglich ist, das politisch und menschlich Notwendige zu tun. Sie zeigen außerdem, was für die freiheitliche Gesellschaft noch immer lebensnotwendig ist: ein aufgeklärter, reflektierter Umgang mit den Problemen und Herausforderungen der Zeit; ein Eintreten für Freiheit in Verantwortung und für Gemeinwohl; das Entwickeln eigener Formen von Zivilcourage und Uneigennützigkeit.

Eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft kann auf Dauer nur mit aufgeklärten Menschen gelingen.

Weitere Infos zum Mahnmal  (PDF-Download)

Charakterinseln statt "Kranzabwurfstelle"
Ein Aufsatz von
Christian Hambrecht

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Gedenkfeier zum 70. Todestag von Claus Schenk Graf von Stauffenberg"
Ein Nachbericht zur Gedenkfeier vom 21. Juli 2014

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Die künstlerische Gestaltung des Mahnmals 

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Für das Mahnmal wurde ein Begriff der Robinsohn-Strassmann-Gruppe aufgegriffen, deren regionale Gruppierungen sich als „Charakterinseln in der braunen Flut“ verstanden. 

Diese Metapher setzte der Bildhauer Albert Ultsch mit Bronzebüsten von Willy Aron, Hans Wölfel und Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf 1,60 Meter hohen Stelen um. Jedes Stelenobjekt steht auf einer großflächigen, braun-farbenen Porphyrplatte, aus denen die drei Protagonisten gleichsam heraus wachsen.

Sie versinnbildlichen die Charakterinseln, die der „braunen Flut“ widerstanden und wegen ihrer Haltung und ihrer Zivilcourage als Individuen im „Schlammsee des Dritten Reiches“ nicht untergingen.

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Das mutige und in seiner Art einmalige Mahnmal ruft gleichermaßen zum Gedenken und zu Zivilcourage in Gegenwart und Zukunft auf. Zudem will es Besucher ermutigen, in ihren eigenen Gemeinden zu erforschen, wie Menschen ihren Widerstand gegen den Nationalsozialismus gestalteten. Denn vieles ist noch unerforscht und droht vergessen zu werden, wie zum Beispiel der Widerstand der kleinen Leute.

Das Mahnmal erinnert an

Das Mahnmal für Widerstand und Zivilcourage erinnert über alle Parteigrenzen hinweg, über die Grenzen der Konfessionen und Generationen an Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Willy Aron, Hans Wölfel.
Diese drei Protagonisten stehen stellvertretend für die vielen anderen bekannten und weniger bekannten Mutigen, die aus Bamberg stammen oder mit Bamberg in Beziehung stehen.

Das Mahnmal erinnert auch an diese Mutigen:
Ludwig Freiherr von Leonrod, † Roland von Hößlin, † Rudolf Graf von Marogna-Redwitz, † Karl Freiherr von Thüngen,
Hans Fischer, Hans Weigl, Friedrich Pfau
Adam Kaim, Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Dtschl.; Josef Prenner, KPD, Trotzkistengruppe; Georg Grosch, SPD-Mitglied; Fritz Nagel, Sozialist, SPD-Mitglied; Gerda Lasall, christliches Elternhaus;
Johannes Dietz, Regens im Bamberger Priesterseminar/Bischof in Fulda;
Karl Steinbauer, evangelisch-lutherischer Theologe, Gründungsmitglied der Bayerischen Pfarrerbruderschaft, Mitglied der Bekennenden Kirche;
den Bamberger Wölfel-Kreis: P. Bruno Mekes OFM; P. Herigar Mekes OFM; P. Barnabas Liebisch OSB: Abtei Münsterschwarzach; Georg Angermaier: Justiziar der (Erz-) Diözesen Bamberg und Würzburg; Josef (Jupp) Schneider, Kaplan; Hans Heinrich Sommerrock, 1937 OLG-Rat in Bamberg; Lorenz Krapp, 1931-1933 Präsident des Landgerichts Bamberg; Johannes Heim, Lehrer, bis 1933 Vorsitzender des Kath. Lehrerverbandes Ofr.;
Die Robinsohn-Strassmann-Gruppe: Thomas Dehler, Jurist, DDP, ab 1934/35 Verbindungsmann nach Berlin; Max Hundt, Jurist; Josef Losgar, Jurist, 1932-34 NSDAP, danach Katholik; Lorenz Krapp, siehe Wölfel-Kreis; Margarete Schuberth, Juristin, KPD-nahe im Studium; Anton Hergenröder, Kaufmann; Franz Ott, Stadtpfarrer St. Martin; Andreas Neppig, Direktor des Bauernvereins, Ofr.; Martin Neppig, Bankangestellter; Josef Dietz, Jurist, KPD-Mitglied; Andreas Schneiderbanger, Landwirt in Ebing; Rudolf Schneiderbanger, Medizinstudent; Hanns Hundt, 1933 NSDAP, Postrat, ab 1940 Mitglied der Gruppe; Franz Hundt; Georg Meixner, Prälat, BVP; Georg Griebel, Zollsekretär; Johann Geiger, Telegrafenwerkmeister; P. Barnabas Liebisch, Vertrauensmann nach Schwarzach in Unterfranken, siehe Wölfel-Kreis; Alfons Hildenbrand, Tierarzt in Bad Tölz;

Das Mahnmal erinnert ferner an all diejenigen, deren Leben und Wirken erst noch erforscht werden muss.

Ergänzende Informationen:
Die Mitglieder der 17er Bamberger Reiter Ludwig Freiherr von Leonrod, Roland von Hößlin, Rudolf Graf von Marogna-Redwitz und Karl Freiherr von Thüngen wurden nach dem missglückten Attentat auf Hitler ebenfalls hingerichtet. Hans Fischer, Mitglied der Domjugend, hatte gemeinsam mit Hans Weigl und Friedrich Pfau die Enzyklika vervielfältigt und nachts in Briefkästen verteilt. Sie wurden verhaftet. Weigl und Pfau kamen wieder frei. Fischer wurde im KZ Mauthausen zu Tode gesteinigt. Angermaier starb 1945 in Berlin an den Folgen eines Unfalls, an dem ein SS-Fahrzeug beteiligt war. Der Unfallhergang ist ungeklärt.
Wölfel (geb. in Bad Hall/Österreich) war Mitglied des nach ihm benannten Bamberger Wölfel-Kreises und gehörte auch der Robinsohn-Strassmann-Gruppe an. Diese wurde 1934 in von den beiden deutschen Juden Hans Robinsohn (Hamburg) und Ernst Strassmann sowie dem Protestanten Oskar Stark (beide Berlin) gegründet. Robinsohn überlebte im Exil in Dänemark, Strassmann in NS-Haft. Die Mitglieder der Robinsohn-Strassmann-Gruppe verstanden und bezeichneten sich als „Charakterinseln in der braunen Flut“ und als „Charakterinseln im Schlammsee des III. Reiches“. Über Hildenbrand sandte Dehler Informationen über die Judenvernichtung an den Vatikan weiter.

Wölfel, Freiherr von Leonrod und Graf von Margona-Redwitz wurden als katholische Glaubenszeugen in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen.

Spendenaufruf - Mitunterstützer gesucht

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